Mittelschmerz – gut oder böse?

Der Mittelschmerz tritt bei etwa ein Drittel aller Frauen auf und ist ein zuverlässiges Anzeichen für den Beginn der fruchtbarsten Tage.

Die Ausprägungen des Mittelschmerzes sind sehr unterschiedlich. Sie gehen von einem leichten Ziehen im Beckenbereich über einen schwer deutbaren Schmerz, der einige Tage andauern kann. Er reicht bis zu einem plötzlich eintretenden starken und lokalem Schmerz, der in der Regel nur für kurze Zeit andauert. Wird der Mittelschmerz auf nur einer Seite des Beckens gespürt, so stimmt das meistens mit der Seite des Eisprungs überein.

Die genauen Ursachen für einen Mittelschmerz sind jedoch weitgehend unbekannt. Die Medizin geht davon aus, dass der Schmerz durch das rasche Wachstum und die damit zunehmende Spannung der Ovarialkapsel ausgelöst wird. Ebenso steht der Eisprung selbst und die damit verbundene Reizung des Bauchfells, sowie Bewegungen des Eileiters in Verdacht.

Beim Mittelschmerz handelt es sich um ein präovulatorisches Ereignis ist und so um ein Zeichen für die fruchtbarste Zeit. Wenn eine Frau schwanger werden möchte ist der Mittelschmerz daher von großer Bedeutung. Der Beginn des Mittelschmerzes ist meist auch der Beginn der fruchtbaren Tage, die dann meist 3-5 Tage dauern. Der Mittelschmerz dauert meist nicht so lange. Es ist daher falsch das Ende des Mittelschmerzes mit dem Ende der Fruchtbarkeit gleichzusetzen.

Wunschkind – Zwischen Hoffen and Bangen / Teil 2

 

Viele Paare wünschen sich nichts sehnlicher als ein Kind. Doch leider erfüllt sich bei etwa zehn Prozent der Paare der Kinderwunsch nicht. Sie bleiben ungewollt kinderlos. Die moderne Medizin bietet eine Reihe von Behandlungsmethoden um doch noch zu seinem Wunschkind zu gelangen.

Bei einem ersten Gespräch im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung wird Ihnen Ihr Frauenarzt eine Reihe von Fragen stellen:

 

  • Wie lange besteht der Kinderwunsch schon?
  • Wurden Sie schon behandelt?
  • Was denken Sie ist die Ursache der Unfruchtbarkeit?
  • Wie groß ist der Leidensdruck?
  • Wer leidet mehr – Sie oder Ihr Partner?
  • Gibt es einen Leistungsdruck?
  • Haben Sie eine glückliche Beziehung, auch im Bett?
  • Wie hat sich Ihr Sexualleben durch den unerfüllten Kinderwunsch verändert?
  • Leiden Sie an Magenschleimhautentzündung, Unterbauchschmerzen oder einer Darmerkrankung?
  • Gibt es funktionelle Beschwerden (Leiden ohne ersichtlichen Grund)?
  • Haben Sie Vorstellungen von den Grenzen einer Sterilitätsbehandlung?
  • Haben Sie schon über eine Adoption oder ein Pflegekind nachgedacht?

 

Sind diese Fragen beantwortet, klärt der Frauenarzt organische Störungen ab, indem er eine gründliche Untersuchung von Gebährmutter, Eierstöcken und Eileitern vornimmt. Zur Therapie gehören die genaue Beobachtung mehrerer Menstrutionszyklen sowie verschiedene Hormonuntersuchungen. Ein deutlich verkürzter Zyklus etwa weist auf eine Gelbkörperschwäche hin, die häufig der Grund für eine Unfruchtbarkeit ist. Bei auffälligen Werten beginnt der Frauenarzt mit einer zielgerichteten Abklärung (Ausschlussverfahren). Zuvor sollten mindestens zwei Spermiogramme (Sperma-Analyse) erstellt werden. Dies kann ein Urologe, Dermatologe, eine Klinik mit dem Schwerpunkt Adrologie oder auch ein Kinderwunschzentrum machen. Mit dieser Analyse lässt sich leicht feststellen, ob die Fruchtbarkeit reduziert ist.

 

Für die Behandlung kommen hauptsächlich drei Methoden infrage: eine Hormontherapie, eine Insemination (Samenübertragung) oder eine In-vitro-Fertilisation (künstliche Befruchtung im Reagenzglas).

 

Kinderwunsch – zwischen Hoffen und Bangen / Teil 1

 

Viele Paare wünschen sich nichts sehnlicher als ein Kind. Doch bei einigen geht dieser Wunsch nicht in Erfüllung. Etwa zehn Prozent aller Partnerschaften bleiben ungewollt kinderlos. Die Medizin geht bei der Behandlung je nach Ursache der Unfruchtbarkeit unterschiedliche Wege.

Von Sterilität (Unfruchtbarkeit) spricht man, wenn es trotz regelmäßigem ungeschützten Geschlechtsverkehrs innerhalb eines Jahres nicht zu einer Schwangerschaft kommt. Mit je 30-40% sind die Ursachen dafür gleichmäßig auf Männer und Frauen verteilt. In 15-30% der Fälle sind beide Partner betroffen, in 5-10% ist keine Ursache erkennbar.

Sterilität bei Frauen wird meist durch eine gestörte Eierstockfunktion verursacht. Oft sind es auch Verschlüsse der Eileiter nach Entzündungen oder Operationen im Bachraum. Die Hauptursachen männlicher Unfruchtbarkeit sind eine zu geringe Anzahl, verminderte Beweglichkeit und veränderte Beschaffenheit der Spermien. Seltener kommen Entzündungen der Hoden, Nebenhoden und Prostata hinzu.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Ursachen, die beide Partner betreffen: Rauchen, Umwelteinflüsse, Alkohol, Drogen, Erkrankungen oder auch Erbkrankheiten. Wenn die Frau also trotz regelmäßigem Sex nicht schwanger wird, sollte der Frauenarzt aufgesucht werden. Einer Behandlung geht immer ein intensives Gespräch voraus, damit Sie gut über die verschiedenen Möglichkeiten informiert sind. Bei diesem ersten Gespräch sollte möglichst auch der Partner anwesend sein…

 

Teil 2 folgt.

 

In-vitro-Fertilisation: Letzter Ausweg beim Kinderwunsch

Eine In-vitro-Fertilisation, also die Befruchtung der Eiszelle außerhalb des Körpers mit dem Samen des Partners wird als letztes Mittel zur Erfüllung eines Kinderwunsches angewandt. Trotz diesem tiefgreifenden Eingriff in die menschliche Biologie kann es dennoch vorkommen, dass eine Schwangerschaft ausbliebt, obwohl die körperlichen Vorraussetzungen da sind.

Diese Behandlung wird nur angewendet, wenn keine andere zum Erfolg geführt hat. Sie erfordert eine hohe Samenqualität und die Funktionstüchtigkeit der Gebährmutter sowie wenigstens eines Eierstocks. Die Befruchtung findet außerhalb des Körpers statt. Die Eierstöcke werden stimuliert, um mehrere Eizellen gleichzeitig zur Reifung zu bringen, die dann entnommen werden und befruchtet werden meist mit dem samen des Partners. Danach werden diese (höchstens drei) wieder in die Gebährmutter eingesetzt. Trotz allem passiert es immer wieder, dass keine Schwangerschaft erreicht wird. Dann muss man sich leider vom Kinderwunsch verabschieden – auch wenn es schwerfällt. Häufig stellt sich aber auf natürlichem Weg eine Schwangerschaft ein, sobald der Druck wegfällt.

 

Intrauterine Insemination zur Kinderwunschbehandlung

Unter Intrauterine Insemination versteht man die manuelle Befruchtung einer Eizelle im Körper der Frau. Hat eine Befruchtung durch Geschlechtsverkehr keinen Erfolg kann eine manuelle Befruchtung der Eizelle schnelle zu einer Schwangerschaft führen.

Die wichtigsten Gründe für das Einbringen von ausgewählten Samenzellen direkt in die Gebährmutterhöhle sind: Bildung von Antikörpern gegen Spermien, Veränderung des Gebährmutterschleims sowie verminderte Spermienqualität. Diese Methode wird außerdem vorgeschlagen wenn kein Sex möglich ist, z.B. bei Impotenz oder einer Verengung der Scheide nach einer Operation. Die Spermien werden mit einem schmalen Katheter in die Gebährmutter eingebracht. Vorraussetzung dafür ist ein durchgängiger Eileiter, da der weiter Transport zur Eizelle spontan und auf natürlichem Wege erfolgen muss. Dieses Vorgehen führt nicht immer und oft nicht beim ersten Versuch zu einer Schwangerschaft. Man sollte etwa vier bis sechs Zyklen einplanen.

Hat sowohl die Hormontherapie wie auch die Intrauterine Insemination keinen Erfolg gebracht, sollte der Frauenarzt vor einer Überweisung in ein Kinderwunschzentrum ein ausführliches Gespräch mit dem Paar führen. Eine psychotherapeutische Begleitung kann hilfreich sein, weil mit jedem Diagnoseschritt der seelische und zeitliche durch wächst. Im Kiwu-Zentrum wird alles nochmals analysiert bevor andere Therapien vorgeschlagen werden. Solche kommen bei Verschluss und Funktionsstörungen der Eileiter, die nicht durch eine Operation korrigierbar sind, bei Endomoetriose sowie bei männlicher Subfertilität (eingeschränkte Befruchtungsfähigkeit des Spermas) und fehlgeschlagener Samenübertragung zum Einsatz.

Ovulationstest – zu welcher Tageszeit – morgens, mittags, abends

Testen Sie am besten früh mogens mit Ihrem Morgenurin. Hier ist der Gehalt des Eisprungshormons LH im Urin am höchsten. So können Sie sehr leicht und zuverlässig das Ergebnis Ihres Ovulationstests ablesen. Andere Tageszeiten sind auch möglich, aber der Teststrich auf Ihrem Ovutest ist dann nicht so deutlich zu erkennen. Am wichtigsten ist aber dass Sie stehts zur selben Tageszeit (am besten notieren) testen.

Ovulationstests sind ein sehr wirkungsvolles Hilfsmittel für Paare, die versuchen schwanger zu werden. Durch die exakte Bestimmung des Eisprungs erhöhen Sie die Chance auf eine Befruchtung um ein Vielfaches. Zur schnelleren Erfüllung des Kinderwunsches darf ein Ovulationstest nicht fehlen.

Ovulationstests arbeiten nach dem selben Prinzip wie die meisten anderen Urintests auch. So messen Ovulationstests nicht nur das Vorhandensein einer bestimmten Substanz (hier das Hormon LH), sondern zeigen erst ab einem bestimmten Niveau der zu messenden Substanz ‚positiv‘ an. Die meisten Ovulationstests zeigen das Hormon LH rund 36 Stunden vor dem Eisprung das erste mal positiv an.

Wenn Sie zum ersten Mal Ihren Eisprung mit Hilfe von Ovulationstests bestimmen, sollten Sie Ihren Morgenurin (direkt nach dem Aufstehen) verwenden. Früh morgens ist der Hormongehalt im Urin am höchsten (tagsüber ist der Gehalt am Hormon LH etwas ‚verwässert‘). Der Ovulationstest schlägt also Morgens am deutlichsten positiv aus. Im Laufe des Tages kann der Teststrich trotz positivem Ergebnis etwas schwächer sein. Ohne Erfahrung mit Ovulationstests wird das Ergebnis dann auch schon mal falsch, nämlich als ‚negativ‘ interpretiert.

Generell können Sie Ovulationstests zu jeder Tages- und Nachtzeit benutzen. Sehr wichtig ist jedoch, dass die Tests immer zur selben Tageszeit durchgeführt werden. Nur wenn immer zur gleichen Zeit getestet wird haben Sie einen guten Vergleich zu den anderen Testtagen und können leichter einen positiven von einem negativen Testergebnis unterscheiden.

Tipp: Wenn Sie die Ovulationstests nicht mit dem Morgenurin machen möchten oder können:

Trinken Sie 1 bis 2 Stunden vor dem Testen möglichst nichts, dadurch erhöht sich die Konzentration des LH im Urin. Viel Erfolg beim schwanger werden Und immer schön zur gleichen Tageszeit testen

 

Hormontherapie beim Kinderwunsch

Durch eine Hormontherapie wird gezielt der weibliche Hormonhaushalt in Gleichgewicht gebracht und eine Stimulierung der Eizellreifung durch Zugabe des Hormon FSH gefördert. Die Chancen auf eine gesunde Eizellreifung und damit eine natürliche Befruchtung steigt stark an.

Liegt ein normales Spermiogramm, aber eine Hormonstörung bei der Frau vor, wird im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung in der Regel eine Hormontherapie zur Stimulierung der Eizellreifung (FSH – Follikel stimmulierendes Hormon) vorgeschlagen. Allerdings darf diese nie ohne Zyklusbeobachtung vorgenommen werden, da bei jeder Hormonbehandlung eine Über- oder Unterstimulation auftreten kann. Das ist unproblematisch, solange Eierstock- und Gebährmutterreaktion per Ultraschall kontrolliert werden. Ab dem 8. bis 10. Stimulationstag wird mittels Ultraschall die Gebährmutterschleimhaut untersucht sowie Größe und Anzahl der vergrößerten Eibläschen (Follikel) dokumentiert. Zusätzlich wird in den meisten Fällen eine Hormonkontrolle des Blutspiegels vorgenommen.

Die Stimulation der Eizellreifung mittel Hormonen ist die erste Wahl bei der Behandlung eines Paares mit einem Kinderwunsch. Maximal sollten jedoch vier bis sechs Zyklen stimuliert werden. Eine Steigerung der Schwangerschaftsrate ist allein dadurch aber nicht zu erreichen. In jedem Fall sollte durch die Gabe von Hormonen (LH – luteinisierendes Hormon) der Eisprung ausgelöst werden. Dies geschieht bei einer Follikelgröße von 18-20 mm und einer Maximalanzahl von drei Follikel. Der Eisprung findet dann etwa 30 Stunden später statt. Eine Gelbkörperschwäche wird zusätzlich mit Hormonen behandelt, um die Schwangerschaft zu erhalten.

Hat eine Hormontherapie keinen Erfolg gebracht, kann eine Intrauterine Insemination, also eine manuelle Befruchtung von Außen in Betracht gezogen werden.

Probleme mit dem Eisprung

Um schwanger zu werden erfordert es zunächst einmal, dass der Eierstock eine reife Eizelle freigibt und sich dieses durch die Eileiter in Richtung der Gebährmutter bewegen kann. Auf dem Weg dorthin, bzw. in der Gebährmutter kann das Ei befruchtet werden und sich danach in der Gebährmutterschleimhaut einnisten. Eine Schwangerschaft ensteht. Ohne Eisprung (Ovulation) kann es zu keiner Schwangerschaft kommen. Die häufigsten Probleme beim Versuch schwanger zu werden, bzw. für eine Unfruchtbarkeit hängen mit einer gestörten Ovulation zusammen.

Probleme mit dem Eisprung

Es kommt sehr oft vor, dass Frauen Probleme mit ihrem Eisprung haben. Meist handelt es sich dabei um vorrübergehende anovulatorische Zyklen, also Zyklen in denen kein Eisprung stattfindet. Zum Thema anovolatorischer Zyklus habe ich einen separaten Beitrag verfasst. Bitte schauen sie hier nach: Beitrag Anovulatorischer Zyklus / Anovulation. In den allermeisten Fällen kommt es nur zu vorrübergehenden Schwierigkeiten beim Eisprung und nach einiger Zeit funktioniert die Ovulation wieder ganz normal.

Was sind mögliche Ursachen für einen gestörten Eisprung?

In den meisten Fällen liegen die Ursachen in einem gestörten hormonellen Umfeld. Häufig kommt es nach dem Absetzen der Pille zu einer weiterhin bestehenden Unfruchtbarkeit, die sich jedoch nach einigen Zyklen wieder normalisiert hat. Die Pille basiert auf einer hormonellen Empfängnisverhütung, indem sie einen Eisprung verhindert, bzw. indem sie die Einnistung einer Eizelle blockiert.

Weiterhin können Änderungen in ihrem Lebensumfeld wie viel Stress, Trauer oder auch eine Ernährungsumstellung im Rahmen einer Diät und damit in Verbindung von plötzlichen Gewichtsschwankungen einen erheblichen Einfluß auf ihren Monatszyklus haben. Ebenso kann Sport, wenn er sehr intensiv betrieben wird, zu starken Schwankungen im Zyklus führen, da der Körper weniger weibliche Hormone (LH, FSH, Östrogen) produziert.

Woher weiß ich ob ich Probleme mit dem Eisprung habe?

Oft sind unregelmäßige Zykluslängen oder stark schwankende Monatsblutungen ein erstes Anzeichen für Probleme. Wenn sie bereits seit einiger Zeit (bzw. einigen Zyklen) vergeblich versuchen schwanger zu werden, sollten sie ebenfalls Probleme mit ihrem Eisprung in Betracht ziehen. Weiter erhärten können sie den Verdacht, wenn sie mit Hilfe von Ovulationstests exakt ihren Eisprung bestimmen und trotz Verkehr zur richtigen Zeit nicht schwanger werden. Selbstverständlich kann es ebenso an ihrem Partner liegen, aber das ist ein anderes Thema. Sollten Sie also den Verdacht haben, fragen sie am besten ihren Arzt. Dieser kann mit einer Reihe von Untersuchungen leicht feststellen ob bei Ihnen Probleme mit dem Eisprung vorliegen.

Wie werden Problem mit dem Eisprung behandelt?

Oft kann eine Behandlung mit Clomifen ihren Eisprung normalisieren. Clomifen sorgt dafür dass sich die Hormone LH und FSH zum richtigen Zeitpunkt erhöhen und ihr Körper im Eierstock ein reifes Ei entwickelt und auch eine Ovulation stattfindet. Haben sie Probleme mit der Produktion eines nomalen hormonellen Gleichgewichts, z.B. durch eine dysfunktionale Schilddrüse, wird dies mit den notwendigen Hormonpräparaten wieder ins Gleichgewicht gebracht. Fragen hierzu können spezielle Ärzte für hormonell bedingte Dysfunktionen (Endikronologen) beantworten. Wenn alle diese Behandlungsmethoden nichts gebracht haben und eine Unfruchtbarkeit bei ihrem Partner ausgeschlossen ist, kann als letzter und zugleich für den Körper weitreichendster Schritt eine künstliche Befruchtung mit ihrer eigenen oder einer Spendereizelle in Betracht gezogen werden.

Wie groß ist die Erfolgschance bei Problemen mit dem Eisprung?

In den allermeisten Fällen (über 80%) können die Probleme mit ihrem Eisprung gut behandelt werden. Davon werden etwa die ein drittel aller Paare innerhalb eines Jahres und die Hälfte innerhalb von zwei Jahren schwanger. In Deutschland spricht man erst von Unfruchtbarkeit, wenn sich nicht innerhalb von zwei Jahren eine Schwangerschaft einstellt.

Was bewirkt das Hormon LH im weiblichen Zyklus

Das Hormon LH (luteinisierendes Hormon) löst den Eisprung aus, also die Freisetzung der reifen Eizelle in den Eileiter. Der weibliche Zyklus besteht aus 3 Phasen. In jeder dieser Phasen produziert der Körper Hormone, die ganz bestimmte Funktionen haben.

1. Follikelphase

Die Follikelphase beginnt am ersten Tag der Regelblutung, wenn also eine unbefruchtete Eizelle aus der Gebährmutter ausgeschieden wird und sich die Gebährmutterschleimhaut auf den nächsten Zyklus vorbereitet. Unmittelbar danach beginnt die nächste Phase.

2. Ovulatorische Phase und Ovulation

Der Körper muss in dieser Phase zunächst langsam auf den Eisprung vorbereitet werden. Dies geschieht durch das luteinisierende Hormon (LH) und das follikelstimulierende Hormon (FSH). LH stimuliert die Follikel in der Herstellung von Östrogen. FSH stimuliert das Eiwachstum in einem Follikel. Ein Follikel ist eines der vielen kleinen Bläschen innerhalb eines Fruchtknotens im Eierstock, in dem sich eine Eizelle entwickelt. Der nun erhöhte Östrogenspiegel verursacht in dieser Phase den Aufbau der Gebährmutterschleimhaut und eine spermienfreundliche Beschaffenheit des Zervixschleims (gleitfähiger). Dieser Vorgang erfolgt üblicherweise zwischen dem 7. und 11. Zyklustag.

Sobald der Östrogenspiegel eine bestimmte Höhe erreicht hat, steigt auch das LH schnell an. 24 bis 36h nach diesem rapiden Anstieg platzt das Follikel und die reife Eizelle wandert in den Eileiter. Der Eisprung ist erfolgt. Mit Hilfe von Ovulationstests kann man diesen LH-Anstieg sehr genau nachweisen und damit sicher den Eisprung und den optimalen Zeitpunkt für eine Befruchtung bestimmen. Die Eizelle gleitet durch den Eileiter in Richtung Gebärmutter und ist nun befruchtungsfähig. Gleichzeitig beginnt das Follikel (auch Gelbkörper genannt) zu schrumpfen und setzt Progesteron und Östrogen frei. Progesteron sorgt für die optimalen Bedingungen der Gebärmutterschleimhaut zur Aufnahme einer befruchteten Eizelle.

3. Lutealphase

Die dritte und letzte Phase bezeichnet man als Lutealphase. Sie beginnt unmittelbar nach dem Eisprung. Wenn das Ei befruchtet wurde, wird jetzt das Hormon HCG freigesetzt, welches eine konstante Produktion von Progesteron und Östrogen durch den Gelbkörper gewährleistet. Die Schwangerschaft kann sich nun entwickeln. Wird das Ei nicht befruchtet und damit kein HCG ausgeschüttet, bildet sich der Gelbkörper zurück. Die Gebärmutterschleimhaut wird nicht weiter mit Blut versorgt und nach 11 bis 14 Tagen abgestossen. Die Regelblutung setzt ein und ein neuer Menstruationszyklus beginnt.

Unregelmäßiger Zyklus – Ursachen

Ein unregelmäßiger Zyklus kommt recht häufig vor und ist noch lange kein Indiz für Probleme beim schwanger werden. Mit Hilfe von Ovulationstests läßt sich der Eisprung sehr genau ermitteln, unabhängig davon um wie viele Tage ihr Zyklus differiert. Im Durchschnitt dauert der weibliche Zyklus etwa 28 Tage, aber Zyklen von 20 bis 40 Tage sind ebenfalls noch vollkommen in Ordnung und keinen Anlass zur Sorge. Zu Problemen kann es erst führen wenn sich ihre gewöhnliche Zykluslänge von Monat zu Monat stark variiert (z.B. im Januar 26 Tage, Februar 42 Tage, März 30 Tage).

Ein unregelmäßiger Zyklus kann eine ganze Reihe von Ursachen haben. Oft liegen die Gründe in einer dauerhaften oder auch nur vorrübergehenden Störung ihres Homonhaushaltes. So verursachen Hilddrüsendysfunktionen (Schilddrüsenunterfunktion oder Überfunktion) zu einem dauerhaften ungünstigen Hormonhaushalt. Frauen mit Schilddrüsendysfunktionen haben sehr oft massive Probleme schwanger zu werden. Eine Hormonbestimmung und ärztliche Behandlung der Störung ist recht einfach und kann das Problem schnell lösen. Ebenso können diverse Krankheiten bzw. deren Behandlung zu einer vorrübergehenden Störung des Hormonhaushaltes führen. Wenn sie hier einen Verdacht schöpfen lesen sie sich die Packungsbeilage ihres Medikaments genau durch. Möglicherweise steht darin unter Nebenwirkung etwas zur Störung des Hormonhaushaltes.

Wenn ihr Zyklus längere Zeit unregelmäßig, schmerzhafter als sonst ist, oder die Blutungen schwerer ausfallen sollten sie unbedingt mit ihrem Arzt sprechen.

Weiterhin können Änderungen und Störungen in ihrem persönlichen Umfeld zu unregelmäßigen Zyklen führen. Sehr oft bedingen starker Streß (z.B. im Beruf, in der Beziehung) aber auch geänderte Ernährung oder Esstörungen sowie starke körperliche Anstrengungen (Leistungssport) einen vorrübergehend schwankenden Zyklus.

Ebenso kann es auch sein das ihr Körper vollkommen ok ist und keine Ursachen für ihren unregelmäßigen Zyklus gefunden werden. Hatten sie aber normalerweise immer einen gleichmäßigen Zyklus und plötzlich auftretende unregelmäßige Zyklen, sollten sie unbedingt ihren Arzt konsultieren.