Was bewirkt das Hormon LH im weiblichen Zyklus

Das Hormon LH (luteinisierendes Hormon) löst den Eisprung aus, also die Freisetzung der reifen Eizelle in den Eileiter. Der weibliche Zyklus besteht aus 3 Phasen. In jeder dieser Phasen produziert der Körper Hormone, die ganz bestimmte Funktionen haben.

1. Follikelphase

Die Follikelphase beginnt am ersten Tag der Regelblutung, wenn also eine unbefruchtete Eizelle aus der Gebährmutter ausgeschieden wird und sich die Gebährmutterschleimhaut auf den nächsten Zyklus vorbereitet. Unmittelbar danach beginnt die nächste Phase.

2. Ovulatorische Phase und Ovulation

Der Körper muss in dieser Phase zunächst langsam auf den Eisprung vorbereitet werden. Dies geschieht durch das luteinisierende Hormon (LH) und das follikelstimulierende Hormon (FSH). LH stimuliert die Follikel in der Herstellung von Östrogen. FSH stimuliert das Eiwachstum in einem Follikel. Ein Follikel ist eines der vielen kleinen Bläschen innerhalb eines Fruchtknotens im Eierstock, in dem sich eine Eizelle entwickelt. Der nun erhöhte Östrogenspiegel verursacht in dieser Phase den Aufbau der Gebährmutterschleimhaut und eine spermienfreundliche Beschaffenheit des Zervixschleims (gleitfähiger). Dieser Vorgang erfolgt üblicherweise zwischen dem 7. und 11. Zyklustag.

Sobald der Östrogenspiegel eine bestimmte Höhe erreicht hat, steigt auch das LH schnell an. 24 bis 36h nach diesem rapiden Anstieg platzt das Follikel und die reife Eizelle wandert in den Eileiter. Der Eisprung ist erfolgt. Mit Hilfe von Ovulationstests kann man diesen LH-Anstieg sehr genau nachweisen und damit sicher den Eisprung und den optimalen Zeitpunkt für eine Befruchtung bestimmen. Die Eizelle gleitet durch den Eileiter in Richtung Gebärmutter und ist nun befruchtungsfähig. Gleichzeitig beginnt das Follikel (auch Gelbkörper genannt) zu schrumpfen und setzt Progesteron und Östrogen frei. Progesteron sorgt für die optimalen Bedingungen der Gebärmutterschleimhaut zur Aufnahme einer befruchteten Eizelle.

3. Lutealphase

Die dritte und letzte Phase bezeichnet man als Lutealphase. Sie beginnt unmittelbar nach dem Eisprung. Wenn das Ei befruchtet wurde, wird jetzt das Hormon HCG freigesetzt, welches eine konstante Produktion von Progesteron und Östrogen durch den Gelbkörper gewährleistet. Die Schwangerschaft kann sich nun entwickeln. Wird das Ei nicht befruchtet und damit kein HCG ausgeschüttet, bildet sich der Gelbkörper zurück. Die Gebärmutterschleimhaut wird nicht weiter mit Blut versorgt und nach 11 bis 14 Tagen abgestossen. Die Regelblutung setzt ein und ein neuer Menstruationszyklus beginnt.