Wunschkind – Zwischen Hoffen and Bangen / Teil 2

 

Viele Paare wünschen sich nichts sehnlicher als ein Kind. Doch leider erfüllt sich bei etwa zehn Prozent der Paare der Kinderwunsch nicht. Sie bleiben ungewollt kinderlos. Die moderne Medizin bietet eine Reihe von Behandlungsmethoden um doch noch zu seinem Wunschkind zu gelangen.

Bei einem ersten Gespräch im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung wird Ihnen Ihr Frauenarzt eine Reihe von Fragen stellen:

 

  • Wie lange besteht der Kinderwunsch schon?
  • Wurden Sie schon behandelt?
  • Was denken Sie ist die Ursache der Unfruchtbarkeit?
  • Wie groß ist der Leidensdruck?
  • Wer leidet mehr – Sie oder Ihr Partner?
  • Gibt es einen Leistungsdruck?
  • Haben Sie eine glückliche Beziehung, auch im Bett?
  • Wie hat sich Ihr Sexualleben durch den unerfüllten Kinderwunsch verändert?
  • Leiden Sie an Magenschleimhautentzündung, Unterbauchschmerzen oder einer Darmerkrankung?
  • Gibt es funktionelle Beschwerden (Leiden ohne ersichtlichen Grund)?
  • Haben Sie Vorstellungen von den Grenzen einer Sterilitätsbehandlung?
  • Haben Sie schon über eine Adoption oder ein Pflegekind nachgedacht?

 

Sind diese Fragen beantwortet, klärt der Frauenarzt organische Störungen ab, indem er eine gründliche Untersuchung von Gebährmutter, Eierstöcken und Eileitern vornimmt. Zur Therapie gehören die genaue Beobachtung mehrerer Menstrutionszyklen sowie verschiedene Hormonuntersuchungen. Ein deutlich verkürzter Zyklus etwa weist auf eine Gelbkörperschwäche hin, die häufig der Grund für eine Unfruchtbarkeit ist. Bei auffälligen Werten beginnt der Frauenarzt mit einer zielgerichteten Abklärung (Ausschlussverfahren). Zuvor sollten mindestens zwei Spermiogramme (Sperma-Analyse) erstellt werden. Dies kann ein Urologe, Dermatologe, eine Klinik mit dem Schwerpunkt Adrologie oder auch ein Kinderwunschzentrum machen. Mit dieser Analyse lässt sich leicht feststellen, ob die Fruchtbarkeit reduziert ist.

 

Für die Behandlung kommen hauptsächlich drei Methoden infrage: eine Hormontherapie, eine Insemination (Samenübertragung) oder eine In-vitro-Fertilisation (künstliche Befruchtung im Reagenzglas).

 

Kinderwunsch – zwischen Hoffen und Bangen / Teil 1

 

Viele Paare wünschen sich nichts sehnlicher als ein Kind. Doch bei einigen geht dieser Wunsch nicht in Erfüllung. Etwa zehn Prozent aller Partnerschaften bleiben ungewollt kinderlos. Die Medizin geht bei der Behandlung je nach Ursache der Unfruchtbarkeit unterschiedliche Wege.

Von Sterilität (Unfruchtbarkeit) spricht man, wenn es trotz regelmäßigem ungeschützten Geschlechtsverkehrs innerhalb eines Jahres nicht zu einer Schwangerschaft kommt. Mit je 30-40% sind die Ursachen dafür gleichmäßig auf Männer und Frauen verteilt. In 15-30% der Fälle sind beide Partner betroffen, in 5-10% ist keine Ursache erkennbar.

Sterilität bei Frauen wird meist durch eine gestörte Eierstockfunktion verursacht. Oft sind es auch Verschlüsse der Eileiter nach Entzündungen oder Operationen im Bachraum. Die Hauptursachen männlicher Unfruchtbarkeit sind eine zu geringe Anzahl, verminderte Beweglichkeit und veränderte Beschaffenheit der Spermien. Seltener kommen Entzündungen der Hoden, Nebenhoden und Prostata hinzu.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Ursachen, die beide Partner betreffen: Rauchen, Umwelteinflüsse, Alkohol, Drogen, Erkrankungen oder auch Erbkrankheiten. Wenn die Frau also trotz regelmäßigem Sex nicht schwanger wird, sollte der Frauenarzt aufgesucht werden. Einer Behandlung geht immer ein intensives Gespräch voraus, damit Sie gut über die verschiedenen Möglichkeiten informiert sind. Bei diesem ersten Gespräch sollte möglichst auch der Partner anwesend sein…

 

Teil 2 folgt.

 

In-vitro-Fertilisation: Letzter Ausweg beim Kinderwunsch

Eine In-vitro-Fertilisation, also die Befruchtung der Eiszelle außerhalb des Körpers mit dem Samen des Partners wird als letztes Mittel zur Erfüllung eines Kinderwunsches angewandt. Trotz diesem tiefgreifenden Eingriff in die menschliche Biologie kann es dennoch vorkommen, dass eine Schwangerschaft ausbliebt, obwohl die körperlichen Vorraussetzungen da sind.

Diese Behandlung wird nur angewendet, wenn keine andere zum Erfolg geführt hat. Sie erfordert eine hohe Samenqualität und die Funktionstüchtigkeit der Gebährmutter sowie wenigstens eines Eierstocks. Die Befruchtung findet außerhalb des Körpers statt. Die Eierstöcke werden stimuliert, um mehrere Eizellen gleichzeitig zur Reifung zu bringen, die dann entnommen werden und befruchtet werden meist mit dem samen des Partners. Danach werden diese (höchstens drei) wieder in die Gebährmutter eingesetzt. Trotz allem passiert es immer wieder, dass keine Schwangerschaft erreicht wird. Dann muss man sich leider vom Kinderwunsch verabschieden – auch wenn es schwerfällt. Häufig stellt sich aber auf natürlichem Weg eine Schwangerschaft ein, sobald der Druck wegfällt.

 

Probleme mit dem Eisprung

Um schwanger zu werden erfordert es zunächst einmal, dass der Eierstock eine reife Eizelle freigibt und sich dieses durch die Eileiter in Richtung der Gebährmutter bewegen kann. Auf dem Weg dorthin, bzw. in der Gebährmutter kann das Ei befruchtet werden und sich danach in der Gebährmutterschleimhaut einnisten. Eine Schwangerschaft ensteht. Ohne Eisprung (Ovulation) kann es zu keiner Schwangerschaft kommen. Die häufigsten Probleme beim Versuch schwanger zu werden, bzw. für eine Unfruchtbarkeit hängen mit einer gestörten Ovulation zusammen.

Probleme mit dem Eisprung

Es kommt sehr oft vor, dass Frauen Probleme mit ihrem Eisprung haben. Meist handelt es sich dabei um vorrübergehende anovulatorische Zyklen, also Zyklen in denen kein Eisprung stattfindet. Zum Thema anovolatorischer Zyklus habe ich einen separaten Beitrag verfasst. Bitte schauen sie hier nach: Beitrag Anovulatorischer Zyklus / Anovulation. In den allermeisten Fällen kommt es nur zu vorrübergehenden Schwierigkeiten beim Eisprung und nach einiger Zeit funktioniert die Ovulation wieder ganz normal.

Was sind mögliche Ursachen für einen gestörten Eisprung?

In den meisten Fällen liegen die Ursachen in einem gestörten hormonellen Umfeld. Häufig kommt es nach dem Absetzen der Pille zu einer weiterhin bestehenden Unfruchtbarkeit, die sich jedoch nach einigen Zyklen wieder normalisiert hat. Die Pille basiert auf einer hormonellen Empfängnisverhütung, indem sie einen Eisprung verhindert, bzw. indem sie die Einnistung einer Eizelle blockiert.

Weiterhin können Änderungen in ihrem Lebensumfeld wie viel Stress, Trauer oder auch eine Ernährungsumstellung im Rahmen einer Diät und damit in Verbindung von plötzlichen Gewichtsschwankungen einen erheblichen Einfluß auf ihren Monatszyklus haben. Ebenso kann Sport, wenn er sehr intensiv betrieben wird, zu starken Schwankungen im Zyklus führen, da der Körper weniger weibliche Hormone (LH, FSH, Östrogen) produziert.

Woher weiß ich ob ich Probleme mit dem Eisprung habe?

Oft sind unregelmäßige Zykluslängen oder stark schwankende Monatsblutungen ein erstes Anzeichen für Probleme. Wenn sie bereits seit einiger Zeit (bzw. einigen Zyklen) vergeblich versuchen schwanger zu werden, sollten sie ebenfalls Probleme mit ihrem Eisprung in Betracht ziehen. Weiter erhärten können sie den Verdacht, wenn sie mit Hilfe von Ovulationstests exakt ihren Eisprung bestimmen und trotz Verkehr zur richtigen Zeit nicht schwanger werden. Selbstverständlich kann es ebenso an ihrem Partner liegen, aber das ist ein anderes Thema. Sollten Sie also den Verdacht haben, fragen sie am besten ihren Arzt. Dieser kann mit einer Reihe von Untersuchungen leicht feststellen ob bei Ihnen Probleme mit dem Eisprung vorliegen.

Wie werden Problem mit dem Eisprung behandelt?

Oft kann eine Behandlung mit Clomifen ihren Eisprung normalisieren. Clomifen sorgt dafür dass sich die Hormone LH und FSH zum richtigen Zeitpunkt erhöhen und ihr Körper im Eierstock ein reifes Ei entwickelt und auch eine Ovulation stattfindet. Haben sie Probleme mit der Produktion eines nomalen hormonellen Gleichgewichts, z.B. durch eine dysfunktionale Schilddrüse, wird dies mit den notwendigen Hormonpräparaten wieder ins Gleichgewicht gebracht. Fragen hierzu können spezielle Ärzte für hormonell bedingte Dysfunktionen (Endikronologen) beantworten. Wenn alle diese Behandlungsmethoden nichts gebracht haben und eine Unfruchtbarkeit bei ihrem Partner ausgeschlossen ist, kann als letzter und zugleich für den Körper weitreichendster Schritt eine künstliche Befruchtung mit ihrer eigenen oder einer Spendereizelle in Betracht gezogen werden.

Wie groß ist die Erfolgschance bei Problemen mit dem Eisprung?

In den allermeisten Fällen (über 80%) können die Probleme mit ihrem Eisprung gut behandelt werden. Davon werden etwa die ein drittel aller Paare innerhalb eines Jahres und die Hälfte innerhalb von zwei Jahren schwanger. In Deutschland spricht man erst von Unfruchtbarkeit, wenn sich nicht innerhalb von zwei Jahren eine Schwangerschaft einstellt.

Anovulation – Zyklus ohne Eisprung

Als Anovulatorischer Zyklus wird ein Zyklus genannt, indem kein Eisprung stattfindet. Die Regel verläuft ganz normal, jedoch wird kein Ei vom Eierstock freigegeben.

Wenn Sie versuchen schwanger zu werden, sollten sie sich zunächst einmal intensiv mit ihrem Zyklus beschäftigen. Sie sollten wissen was genau ein Eisprung ist, wie und wann dieser ausgelöst wird und was genau während des Eisprungs in ihrem Körper geschieht.

Während des Eisprungs wandert eine einzelne reife Eizelle durch ihren Eileiter in Richtung Gebährmutter. Dies kann im linken oder rechten Eileiter geschehen. Meist jedoch im Wechsel zueinander. Ist das Ei nun im Eileiter wird es dort für ca. 24 Stunden auf eine Befruchtung „warten“. Kommt es zu einer Befruchtung dann nistet sich das befruchtete Ei in der Gebährmutter (Uterus) ein und es kommt zu einer Schwangerschaft. Wird das Ei nicht befruchtet, beginnt es zu „zerfallen“ und wird während der Menstruation aus dem Körper ausgeschieden.

In seltenen Fällen kann es jedoch auch vorkommen das Frauen einen normalen monatlichen Zyklus haben, indem aber kein Ei aus den Eierstöcken freigegeben wird. Diesen Zustand nennt man „anovulatorischer Zyklus“ oder auch „Anovulation“. Anovulation kommt bei vielen Frauen vor und wird normalerweise auch nicht bemerkt. In der Regel handelt es sich auch nicht um eine chronische Erkrankung.

Anovulatorische Zyklen, besonders wenn sie in regelmäßigen Abständen mehrer Zyklen hintereinander auftreten können zu ernsten Schwierigkeiten für eine geplante Schwangerschaft führen. In diesen Fällen versucht ihr Arzt herauszufinden warum sie keinen Eisprung haben. Oft wird in diesen Fällen versucht den Eisprung mit Hilfe von Medikamenten wie z.B. Clomifen zu steuern.

Es gibt eine ganze Reihe von möglichen Ursachen für einen Zyklus ohne Eisprung. Oft führt das Absetzen der Pille zu einem oder mehreren anovulatorischen Zyklen. Ebenso begünstigt das Stillen ein Ausbleiben des Eisprungs. Ihr Körper versucht hierbei sich nicht durch eine erneute Schwangerschaft während der Stillzeit zu belasten. Weiterhin kann eine rasche Gewichtsveränderung (Zu- oder Abnahme) sowie eine Reihe von systemischen Erkrankungen (z.B. der Schilddrüse, Infektionen, Versagen der Eierstöcke usw.) zur Anovulation führen.

Besprechen sie bei einem unerfüllten Kinderwunsch diese Punkte ganz genau mit ihrem Frauenarzt. Dieser kann mit einer ganzen Reihe von Untersuchungen feststellen woher ihre Unfruchtbarkeit kommt und die weiteren Schritte mit ihnen besprechen.