Was bewirkt das Hormon LH ?
Der weibliche Zyklus besteht aus drei Phasen. In jeder Phase produziert der Körper verschiedene Hormone, die unterschiedliche Funktionen haben.
Die erste Phase des Zyklus bezeichnet man als Folikelphase. Diese beginnt am ersten Tag des Zyklus, dem ersten Tag der Monatsblutung, wenn die Gebärmutterschleimhaut beginnt sich wieder abzubauen. Wenn kein Ei während des vorangegangenen Zyklus befruchtet wurde und sich damit kein Ei in der Gebärmutter einnistete, muss sich die Gebärmutterschleimhaut wieder auf den nächsten Zyklus vorbereiten. Für die meisten Frauen dauert dies 3 bis 5 Tage, kann jedoch auch variieren. Unmittelbar nach dem Abbau der Gebärmutterschleimhaut, beginnt sich der Körper auf die nächste Phase des Zyklus, dem Eisprung (Ovulation) vorzubereiten.
Bevor es zum Eisprung kommt, müssen ganz bestimmte Hormone den weiblichen Körper auf diese Phase vorbereiten. Dies sind die Hormone FSH (Follikel stimulierendes Hormon) und LH (luteinisierendes Hormon). Ein Follikel ist eines der vielen kleinen Bläschen innerhalb eines Fruchtknotens in den sich ein Ei entwickelt. FSH stimuliert eines der Follikel, so dass dies wachsen kann und sich in ihm ein reifes Ei bildet. Das Hormon LH stimuliert die Follikel in der Herstellung von Östrogen. Der Körper befindet sich jetzt in der ovulatorischen Phase. Der erhöhte Östrogenspiegel führt wieder zum Aufbau der Gebärmutterschleimhaut mit Nährstoffen und Blut. Der erhöhte Östrogenspiegel führt ebenfalls zu einer Veränderung des Zervixschleims, der jetzt sehr fein und klar wird. Die Veränderung der zervikalen Flüssigkeit erleichtert den Spermien den Weg in Richtung Eizelle. Dies geschieht meist zwischen dem 7. und 11. Zyklustag.
Wenn der Östrogenspiegel ein bestimmtes Niveau erreicht hat, bewirkt es einen sprunghafte Ausschüttung des Hormons LH. 24 bis 36 Stunden nach dem LH-Anstieg platzt der Follikel auf und gibt eine reife Eizelle in den Eileiter frei.
Die Eizelle wandert nun durch den Eileiter in Richtung Gebärmutter. Wenn es nicht befruchtet wird, überlebt es etwa 24 Stunden im Körper. Spermien hingegen können wesentlich länger überleben und bereits schon vorhanden sein, bevor die Eizelle freigesetzt wird. Aus diesem Grund ist die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden am größten innerhalb des Zeitraums von einem Tag vor dem Eisprung bis ein Tag nach dem Eisprung. Da der Anstieg des Hormons LH immer vor dem Eisprung ausgelöst wird, kann mit Hilfe eines Ovulationstests zuverlässig die beiden fruchtbarsten Tage im Zyklus bestimmt werden. Ab dem Zeitpunkt des ersten positiven Messergebnisses des Ovulationstests gelten die nächsten 48 Stunden als die fruchtbarsten. Hier ist die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft am größten.
Als nächstes beginnen die Follikel (Gelbkörper genannt) wieder zu schrumpfen und schütten das Hormon Progesteron aus. Progesteron bereitet die Gebärmutter weiter für das Einnisten einer befruchtet Eizelle vor.
Die dritte und letzte Phase des Menstruationszyklus ist die Lutealphase. Diese beginnt nach dem Eisprung. Wenn eine Eizelle befruchtet wurde, wird im Körper das Hormon hCG produziert. Schwangerschaftstests reagieren auf dieses Hormon. HCG sorgt dafür, dass die Follikel im „geschrumpften“ Zustand bleiben und weiterhin Progesteron und Östrogen produzieren. Die vermehrte Produktion von Progesteron hält die Funktion der Gebärmutter intakt, so dass sich die befruchtet Eizelle – die Schwangerschaft – entwickeln kann.
Wenn die Eizelle nicht innerhalb von 24 Stunden nach dem Eisprung befruchtet wird, stirbt der Gelbkörper ab und die Progesteron-Ausschüttung verlangsamt sich. Wenn der Progesteronspiegel auf ein bestimmtes Niveau abgesunken ist, wir die Gebärmutterschleimhaut nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt und bildet sich im Anschluss wieder zurück. Der Menstruationszyklus beginnt von neuem.

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